Hilfsgesuche im Jahr 2012
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33 Gründe für ein Baby
- Weil kein anderes Wort so zärtlich klingt wie «Mamma»
- Weil Kinder tausendmal sagen: «Ich hab dich lieb»
- Weil ich stolz sein darf, Mutter zu sein
- Weil die Zeit mit einem Kind spannender ist als Disco
- Weil mich niemand zwingen kann, Nein zum Baby zu sagen
- Weil ein Baby hilft, viele Probleme zu lösen
- Weil ein Nein zum Baby nur Probleme schafft
- Weil ein Baby mein Selbstwertgefühl steigert
- Weil ich weiss, dass ich nie wieder allein bin, auch im Alter nicht
- Weil ich Kindergeld bekomme
- Weil ein Baby Zukunft bedeutet
- Weil die Welt dringend neue Talente braucht
- Weil das Baby mich braucht
- Weil ein Baby der schönste Liebesbeweis ist
- Weil Gott will, dass Babys leben
- Weil es so schön ist, einen Namen zu suchen
- Weil Kinder glücklich machen
- Weil es so schön ist, in Kinderaugen zu blicken
- Weil Babylachen noch schöner klingt als die schönste Melodie
- Weil ein Baby ein Mensch ist, ganz unschuldig und rein
- Weil man mit Kindern länger jung bleibt
- Weil schwangere Frauen von Tag zu Tag schöner werden – sie strahlen von innen
- Weil man endlich wieder Märchen (vor)lesen kann
- Weil ein Babylachen bei der Mutter Glückshormone ausschüttet
- Weil dieses Land mehr Liebe braucht
- Weil Babys so gut riechen
- Weil ein Kind Fragen stellt, über die man selbst nachdenken sollte
- Weil nichts auf der Welt sich zarter anfühlt als Babyhaut
- Weil man am Strand wieder Sandburgen bauen darf
- Weil Kinder zu haben tausendmal schöner ist als Hunde, Katzen oder Schildkröten
- Weil man Kinder so süss anziehen kann
- Weil es das schönste Baby der Welt wird
- Weil Gott in der Bibel gesagt hat: «Seid fruchtbar und mehret euch!» (1. Mose 1,2)
Sieben Babys und ein Babyfenster
Ein Rückblick, der zum Ausblick ermutigt

So herzig sind auch die Babys, die ins Babyfenster gelegt worden sind. Aus Gründen der Anonymität werden jedoch keine Bilder der Kinder veröffentlicht. (© Foto: Anatoliy Samara/123RF)

Kein niederschwelliges Angebot: Für eine Mutter in grösster Not kann das Babyfenster die letzte Lösung sein. (Gestelltes Bild)
Anlässlich der Eröffnung des zweiten Babyfensters in der Schweiz ist es sicher am Platz, einmal ein paar Fragen zu den sieben Babys zu stellen, die bisher beim Babyfenster in Einsiedeln abgegeben worden sind: Welches war der Zustand der Kinder bei der Abgabe? Wie alt waren sie? Wie stand es mit ihrem Gewicht? Waren sie gesund? Interessante Antworten auf diese Fragen und weitere aufschlussreiche Hinweise zu den sieben Babys erwarten Sie in diesem Artikel. Herrn Dr. med. Stephan Rupp, Kinder- und Jugendmedizin FMH, Einsiedeln, danken wir herzlich für die zur Verfügung gestellten Angaben.
Seit elf Jahren ermöglicht das Babyfenster in Einsiedeln Müttern, die sich nicht in der Lage sehen, ihr Kind zu behalten, das Neugeborene anonym in die Obhut des Spitals und schliesslich an Pflegeeltern zu geben. So wird die Gefahr einer Abtreibung oder Kindsaussetzung mit tödlicher Folge vermindert. Manche Mütter geben ihrem Kind ein Schreiben mit, in dem sie ihre Notlage aufzeigen.
Im Schnitt wird rund alle eineinhalb Jahre ein Kind abgegeben. In den ersten neun Betriebsjahren waren es nur vier, in den letzten zwei Jahren hingegen drei.
Im Allgemeinen kommen die Babys nach einem Spitalaufenthalt von meist ein bis zwei Wochen in eine Empfangsfamilie. Von dort werden sie später einer Familie zugeführt, die das Kind adoptieren kann. So ist das Risiko geringer, dass ein Kind in der Zeit, in der seine leiblichen Eltern es noch zurückfordern können, einer adoptionswilligen Familie genommen werden muss.
Wie alt waren die Babys?
Der genaue Geburtszeitpunkt der sieben Kinder, von denen lediglich eines nicht europäischer Herkunft sein dürfte, ist nicht bekannt. Drei Babys wurden wahrscheinlich am ersten Lebenstag abgegeben. Die Abgabe war hier wohl vor der Geburt geplant. Ein Kind wurde nach rund drei Tagen abgegeben und eines nach etwa einer Woche. Ein Baby wurde zwölf Tage nach der Geburt abgegeben (mit Angabe des Geburtstages). Hier hatte die Mutter vielleicht noch die Hoffnung, das Neugeborene behalten zu können. Ein Kind wurde erst im Alter von rund sechs Wochen abgegeben; in diesem Fall hatten die Betroffenen vermutlich noch versucht, Bedingungen zu schaffen, die es erlaubten, das Kind zu behalten.
Vitale Babys, kein Entzugssyndrom
Alle Kinder waren vital. Das Hauptproblem waren die Körpertemperaturen bei der Abgabe. Vier Kinder hatten Temperaturen um und unter 36 Grad (33,5 Grad; 35,9 Grad; 35,7 Grad; 36,0 Grad), wobei natürlich vor allem die jüngeren Neugeborenen dieses Problem hatten. Da die Kinder sofort nach Alarmauslösung an die Wärme kommen, ist von einem Wärmeproblem beim Transport zur Abgabe auszugehen. Ein Kind wurde wegen tiefer Herzfrequenz und knappen Sättigungswerten ins Zentrumsspital verlegt. Es erholte sich rasch und vollständig.
Drei Kinder lagen im Bereich einer Mangelgeburt, mit 1810g, 2250g und 2470g, die anderen vier wogen über 2500g. Der Anteil leichter Kinder ist in diesem kleinen Kollektiv hoch, was auf nicht optimale Verhältnisse während der Schwangerschaft hinweisen könnte. Glücklicherweise hatte kein Kind eine Unterzuckerung. Das spricht dafür, dass jene Kinder, die nach der Geburt nicht rasch abgegeben wurden, Nahrung erhielten.
Eigentlich war davon auszugehen, dass nicht zuletzt Kinder drogensüchtiger Mütter abgegeben würden. Bei den Kindern, die rasch nach der Geburt abgegeben wurden, führte man Drogenscreenings durch – alle waren negativ. Auch bei den übrigen Kindern wurde kein Entzugssyndrom festgestellt.
Fazit
Das Babyfenster, eine Einrichtung der medizinischen Nothilfe, entspricht einem Bedürfnis. Die Mütter mussten sich früh entscheiden, ihre Schwangerschaft heimlich auszutragen. Zu diesem frühen Zeitpunkt wäre als Alternative wohl nur eine Abtreibung in Frage gekommen, welche die Mütter vermeiden wollten. Nach dem Entschluss, die Schwangerschaft im Geheimen auszutragen, hofften die Betroffenen teilweise wohl noch, die Situation würde sich bis zur Geburt soweit klären, dass sie das Kind behalten könnten. Das Angebot des Babyfensters ist also nicht als zu niederschwellig zu betrachten.
Es ist durchaus vorstellbar, dass es Mütter gibt, die im Hinblick auf einen möglichen Gebrauch des Babyfensters von einer Abtreibung absahen, aber schliesslich ihr Kind nicht abgaben, weil ihre Lage es inzwischen erlaubte, ihr Kind zu behalten.
Einsiedeln ist zwar in der Agglomeration Zürich, doch nicht für alle einfach erreichbar. Die tiefen Körpertemperaturen einiger Kinder beim Eintritt ins Spital ist wohl auch eine Folge davon. Es ist daher wünschenswert, dass weitere Spitäler Babyfenster eröffnen, möglichst verteilt über das ganze Land.
Die Tatsache, dass der größte Teil der Schweizer Bevölkerung positiv zur Idee des Babyfensters steht, und die sehr guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen des Babyfensters und der Vormundschaftsbehörde sowie der Polizei lassen berechtigte Hoffnung aufkommen.






