DE
Babyfenster Einsiedeln
Das erste Babyfenster der Schweiz in Einsiedeln, 2025 verlegt nach Schwyz. (gestellte Situation)

25 Jahre Babyfenster – eine Erfolgsgeschichte

Am 9. Mai war es genau ein Vierteljahrhundert, seit die SHMK gemeinsam mit dem Spital Einsiedeln das erste Babyfenster der Schweiz eröffnete. Seither ist die Zahl der ausgesetzten und getöteten Babys markant zurückgegangen. Heute gibt es in der Schweiz acht Babyfenster. Sechs davon betreibt die SHMK in Zusammenarbeit mit Spitälern.

Wozu gibt es Babyfenster?

Babyfenster haben ein klares Ziel: Kindsaussetzungen und Kindstötungen zu verhindern. Sie sind in der Schweiz für eine schwangere Frau die einzige Möglichkeit, ihre Mutterschaft geheim zu halten und gleichzeitig ihrem Kind einen geschützten Start ins Leben zu geben. Die sogenannte vertrauliche Geburt gewährt keine Anonymität. Eine anonyme Geburt unter medizinischer Begleitung ist in der Schweiz bis heute nicht möglich.

Nur Frauen, die überzeugt sind, dass sie das Kind nicht behalten können und niemand von der Schwangerschaft und der Geburt erfahren darf, wählen diesen Weg. Über das Babyfenster können sie ihr Baby in medizinische Obhut geben und dabei anonym bleiben.

Eine Erfolgsgeschichte

Die Abgabe eines Babys ins Babyfenster ist legal. Sie wird der KESB gemeldet. Diese sorgt dafür, dass für das Kind zunächst Pflegeeltern und später Adoptiveltern gefunden werden. Manche Mütter melden sich nachträglich, sodass ihr Kind seine Herkunft erfahren kann. Die Mütter können ihr Kind auch zurückverlangen – bisher haben sechs diesen Schritt getan. Die SHMK begleitet diese Frauen zur KESB und unterstützt sie, wenn nötig auch finanziell.

Die Babyfenster haben sich in den vergangenen 25 Jahren als wirksame Hilfe bewährt. Insgesamt wurden in dieser Zeit 31 Babys in Babyfenstern abgegeben. Die deutliche Abnahme der Kindsaussetzungen in dieser Zeit zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist – und dass weitere Babyfenster nötig sind, sagt Dominik Müggler von der SHMK gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen.