Viviane (23) und ihr Freund gehen durch eine raue Zeit. Beide sind arbeitslos, sie fürchten sich vor einer finanziell düsteren Zukunft. Das zeigt sich bei ihnen in zunehmender Gereiztheit. Ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Ausgerechnet in dieser Krise wird Viviane schwanger. Zu all ihren Sorgen gesellt sich nun noch die bange Frage, ob die Beziehung zu ihrem Freund, dem Kindsvater, hält. Da fragt sie sich, ob sie das Kind behalten soll, zumal sie beruflich nächstens wieder Fuss fassen will. Weil sie das Bedürfnis nach einer Klärung spürt, sucht sie nach Beratung und findet die SHMK-Notrufzentrale.
Bald ist sie mit einer Beraterin der SHMK in regem Kontakt. Sie habe jetzt keinen Kinderwunsch, sagt sie ihr. Bei ihr und ihrem Freund stünden andere Themen im Vordergrund, insbesondere die Arbeitslosigkeit und die Verbesserung der finanziellen Lage. Entschiedene Unterstützung fürs Kind stelle sie beim Freund nicht fest. Im Gegenteil: Wegen der Spannungen zwischen ihnen fürchte sie sich davor, alleinerziehend zu werden. Aus diesen Gründen erwäge sie eine Abtreibung.
Die Beraterin vermittelt ihr einen Überblick über die verschiedenen Hilfsangebote der SHMK für Frauen in ihrer Lage und versichert ihr, dass die SHMK ihr immer zur Seite steht. Die schwangere Frau fühlt sich nach den Erläuterungen der Beraterin etwas erleichtert und möchte den Kontakt mit ihr weiterführen.
In der Folge pflegt Viviane mit der Beraterin einen intensiven Austausch per Telefon, in E-Mails, über soziale Medien und bei persönlichen Treffen.
Während Wochen denkt sie an Abtreibung. Sie würde zwar gerne Kinder haben, aber nicht in dieser Lage, äussert sie zur Beraterin. Manchmal fühlt sie sich von Fragen derart bedrängt, dass sie sich sogar nachts und am Wochenende bei der Beraterin privat meldet, um darüber zu sprechen. Die Beraterin erkennt, wie notwendig die persönliche Begleitung der jungen Frau in dieser Lebensphase ist, und scheut keine Zeit für die zahlreichen Dialoge mit ihr, die ihr dafür auch immer wieder dankt: Die Gespräche täten ihr gut und würden ihr helfen.
Ebenfalls zu schaffen macht Viviane, dass sie von der Familie nur eine eingeschränkte Mitwirkung bei der Kinderbetreuung erwarten kann. Hierzu meint die Beraterin aus langjähriger Erfahrung, dass sich in den allermeisten Familien die Freude am Baby noch rechtzeitig einstellt, spätestens ab der Geburt.
Was die Stellensuche betrifft, stärkt die Beraterin Vivianes Selbstvertrauen. Sie habe, gibt sie ihr zu verstehen, eine abgeschlossene Ausbildung und gute Aussichten, bald eine Stelle zu finden. Überhaupt verdeutlicht die Beraterin der Schwangeren immer wieder, wie wichtig es ist, dass man nicht nur auf die Sorgen und Probleme sieht, sondern auch die Mittel und Chancen in Betracht zieht, die es gibt.
Kurze Zeit darauf kontaktiert Viviane die Beraterin und lässt sie wissen: Sie und ihr Freund wollen das Kind behalten! Jetzt kommen die beiden bei der SHMK vorbei und nehmen verschiedene Artikel für die Babyausstattung in Empfang. Als die Familie des Paares vom Entscheid fürs Kind erfährt, wächst bei ihnen tatsächlich die Freude am Baby.
Mit der Perspektive eines Familienvaters sucht der Freund nun engagierter nach Arbeit und findet bald eine Stelle. Das beruhigt Viviane, denn nun kann sich auch die finanzielle Situation in absehbarer Zeit zum Besseren wenden. Überdies wird der Freund ausgeglichener, seit er der Arbeit nachgeht. Die Spannungen in der Beziehung nehmen ab und Vivianes Angst, alleinerziehend zu werden, legt sich.
Nun bringt Viviane kürzlich eine gesunde Tochter zur Welt. Noch am Tag der Geburt ihres Mädchens teilt sie der Beraterin das freudige Ereignis mit und kündigt gleich einen Besuch bei ihr an, um das Baby vorzustellen.
Die SHMK wird auch weiterhin für das Paar da sein und leistet Viviane beim Start ins Mutterleben bedarfsgerechte finanzielle Hilfe. Die Familie des Paares ist begeistert vom Nachwuchs und gerne bereit, sich beim Hüten des Kindes zu beteiligen. Darum ist Viviane guter Dinge, dass sie dann nach dem Mutterschaftsurlaub wieder in Teilzeit arbeiten kann. Sie ist nun glückliche Mutter eines Kindes, das ihr und ihrer Familie viel Freude bereitet.