Als Clara (27) merkt, dass sie schwanger ist, sagt ihr Herz sofort Ja zum Kind und freut sich. Doch diese Freude währt nur kurz: Sie wird jäh getrübt, als Clara die Reaktion ihres Freundes, des Kindsvaters, erfährt. Er wolle kein Kind, macht er ihr klar. Was für eine Enttäuschung! Ihre Vorstellung von einem Leben mit dem Kind verdunkelt sich rasch. Alles beginnt sich zu drehen, und es fällt ihr schwer, klar zu denken. Auf der Suche nach Orientierung in Online-Foren stösst sie auf die SHMK und meldet sich telefonisch.
Schon bald spricht Clara mit einer Beraterin. Spontan habe sie sich über die Schwangerschaft gefreut, erzählt sie. Sie habe gehofft, ihr Freund würde zu ihr und dem Kind stehen. Nun sei sie bitter enttäuscht und sehe ihn nicht mehr als Freund. Er setze sie unter Druck, um sie zur Abtreibung zu bewegen. Inzwischen zweifle sie selbst, ob sie das Kind behalten soll. Es falle ihr schwer, auf ihr Herz zu hören. Die Vorstellung, alleinerziehend zu sein, mache ihr grosse Angst, zumal sie finanziell auf sich allein gestellt wäre. Trotz Ausbildung und Vollzeitstelle sei ihr Einkommen bescheiden. Um ihre finanzielle Lage zu verbessern, wollte sie eine Weiterbildung beginnen, doch mit einem Kind erscheine ihr das kaum machbar.
Die Beraterin erklärt der niedergeschlagenen jungen Frau, wie die SHMK schwangere Frauen in Krisensituationen unterstützt – auch über die Geburt hinaus. Sie überreicht ihr eine schriftliche Übersicht der Hilfsangebote. Das entlastet Clara spürbar. Zu wissen, dass sie nicht allein dasteht, tut ihr gut.
Unerwartet scheint sich die Situation zu verändern. Clara berichtet der Beraterin, dass sich das Verhalten des Kindsvaters verbessert habe. Er dränge nicht mehr auf eine Abtreibung. Sie könne nun gut mit ihm reden. Er wolle die Vaterschaft anerkennen, und gemeinsam wollten sie klären, wie sie die Zukunft mit dem Kind gestalten. Beide bemühten sich, einander besser zu verstehen.
Clara schöpft Hoffnung. Vielleicht lassen sich doch Lösungen finden – auch für die finanziellen Fragen und die Regelung der Alimente. Sie wird ruhiger und glaubt, der Konflikt sei überwunden.
Doch gerade beim entscheidenden Punkt, den Finanzen, kommt es zu keiner Einigung. Auf konkrete Schritte wie einen Unterhaltsvertrag lässt sich ihr Ex-Freund nicht ein. Stattdessen äussert er klare Erwartungen: Sie müsse auch als Mutter Vollzeit arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen. Für Clara ein Schock. Verunsichert fragt sie sich, ob er sich den Alimenten entziehen kann. Zweifel kehren zurück: Hatte er vielleicht recht – würde ein Kind ihr beider Leben aus der Bahn werfen?
Mit diesen Sorgen, quälenden Fragen und erneuten Zweifeln wendet sie sich wieder an die Beraterin und vereinbart ein Treffen zur Aussprache.
Im Gespräch äussert sich Clara offen über alles, was sie beschäftigt. Erleichtert erfährt sie, dass der Kindsvater gesetzlich zur Zahlung von Alimenten verpflichtet ist. Das Gesetz stehe auf ihrer Seite, erklärt die Beraterin. Auch die Unterstützungsmöglichkeiten der SHMK werden konkret besprochen. Zudem erfährt die junge Frau, dass sie ihre Weiterbildung auch später als Mutter verwirklichen kann.
Das persönliche Treffen gibt Clara neue innere Sicherheit. Sie kann ihre Situation und ihre finanziellen Perspektiven nun realistischer einschätzen. Ihre Ängste lassen nach. Sie findet den Mut, wieder auf ihr Herz zu hören, und sagt endgültig Ja zu ihrem Kind.
Nach der Geburt ihrer Tochter unterstützt die SHMK Clara weiterhin – mit Lebensmittelgutscheinen und Beiträgen für den Unterhalt des Babys. Die junge Mutter macht nun eine erfreuliche Entwicklung durch. Die Beraterin erlebt sie zunehmend als fröhlichen Menschen – ganz anders als noch während der Schwangerschaft.
«Mir geht es sehr gut!», sagt die frischgebackene Mutter zur Beraterin. Ihre Tochter sei unkompliziert. Ihre Familie helfe bei der Betreuung während der Arbeit. Und die Regelung der Alimente sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dankbar sagt sie: «Die SHMK ist so wertvoll. Gäbe es sie nicht, wäre ich völlig verloren gewesen.»